Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, Geschwister-Scholl-Straße 4, 97424 Schweinfurt
Telefon 09721 / 51-8100 (Sekretariat I), 09721 / 51-8090 (Sekretariat Oberstufe)
Email: humboldt-gymnasium@schweinfurt.de

Logo Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Vom 15.-17.01.2018 unternahmen wir, die Klassen 9a/b, eine dreitägige Schulfahrt zur Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau. Nachdem wir am Montag gegen 8:00 Uhr losgefahren waren, konnten wir nach einer dreistündigen Busfahrt unsere Zimmer in der Jugendherberge beziehen und uns mit der neu renovierten Einrichtung vertraut machen. Daraufhin wurden wir unseren vier Seminarleitern zugeteilt, von denen wir bereits am ersten Nachmittag viel über die Hintergründe und Entstehung der Konzentrationslager erfuhren.

Hierbei gab es jeweils verschiedene Gruppen, welche sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigt haben. Die erste Gruppe informierte sich anhand von Biographien über Einzelschicksale, die zweite mit dem Thema „Stadt und Lager“. Die Seminarleiter konnten uns schon am ersten Tag auf eindrückliche Weise das Grauen der Konzentrationslager näherbringen. Durch ihre langjährige Erfahrung und dadurch, dass sie sich allesamt eingehend mit diesem schwierigen Thema auseinandergesetzt hatten, konnten sie uns auch Fragen beantworten, auf welche im Geschichtsunterricht aus Zeitgründen oft nicht eingegangen werden kann. Diese Unterrichtsphasen in den Seminarräumen wurden durch eine Stadtführung durch Dachau verknüpft, wobei wir uns unter anderem auch das ehemalige SS-Gelände anschauten, welches heute von der bayerischen Bereitschaftspolizei genutzt wird. Hierbei stellte sich natürlich auch die Frage, wie viel die Dachauer von den wirklichen Vorgängen im Konzentrationslager wussten. Immerhin mussten die neu ankommenden Häftlinge kilometerweit durch die Stadt laufen.

Am zweiten Tag ging es nach einem leckeren Frühstück um 9:00 mit der eigentlichen Besichtigung der Gedenkstätte los. Allein die gewaltigen Dimensionen und die dazugehörigen Zahlen waren erschreckend. Unsere Seminarleiter führten uns dabei in Kleingruppen über das Gelände und brachten uns dabei die Abläufe und den Alltag von Inhaftierten des KZ näher. Bei der Ankunft musste ein Häftling alle persönlichen Gegenstände, Kleidung und sein Recht auf eine eigene Frisur aufgeben. Gerade durch letzteres wollte die SS den Häftlingen ihre Identität nehmen und sie herabwürdigen. Nach dem Besuch des anschaulich gestalteten Museums besichtigten wir das Krematorium und die Gaskammer. Obwohl das sog. „Brausebad“ wahrscheinlich nie regulär in Betrieb war, bedrückte uns die tragische Atmosphäre des Ortes, an dem so viele Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns verbrannt wurden. Im eigentlichen Museum der Gedenkstätte wurden wir in Kleingruppen eingeteilt, welche jeweils Arbeitsaufträge mithilfe der Quellen auf den Schautafeln erfüllen sollten. Hierbei lernten wir von unserem Seminarleiter, dass man immer die Quellen und Informationen prüfen und diese auch hinterfragen sollte. Beispielsweise wurden in einem alten Film, der von den Amerikanern während der Befreiung gedreht wurde, viele nicht mehr aktuelle Daten genannt, welche im Gegensatz zu den Museumsinhalten standen.

An unserem dritten und sogleich letzten Tag fuhren wir in unseren Seminaren mit der Arbeit zu den Einzelbiographien bzw. „Stadt und Lager“ fort. Neben politischen oder bekannten Häftlingen gab es auch Häftlinge aus unserer Heimatstadt. Gerade durch solche Biographien wird der Schrecken der NS-Herrschaft und deren Verbrechen explizit deutlich. Nach dem Mittagessen kamen dann die anderen Klassen, woraufhin wir unsere Sachen packten und mit dem Bus zurück nach Schweinfurt fuhren.

Es war ein interessantes und zugleich bedrückendes Erlebnis, so nahe an den Gräueltaten der Nationalsozialisten zu sein und diese durch die hervorragender Hilfe unserer Seminarleiter auf- und verarbeiten zu können.


Simon Fenner, Lukas Kinne, 9a