Logo Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Im Zeitraum vom 04. September 2016 bis 08. Januar 2017 präsentiert das GeorgSchäfer-Museum in Schweinfurt die Ausstellung „Lockruf der Décadence“. Die gebotene Vielfalt an Gemälden enthält Arbeiten, die zwischen dem späten 18. Jahrhundert bis hinein in das 20. Jahrhundert entstanden sind.

Vom Klassizismus über die Romantik bis hin zum Impressionismus zeigen die ausgestellten Werke die unterschiedlichsten Kunstströmungen der damaligen Zeit.

Die beiden Deutschkurse der 12. Klasse von Frau Herbst und Herrn Boll entschieden sich dafür, am 21.10.2016 diese Ausstellung zu besuchen. Die Idee zu diesem Ausflug lieferte Herr Boll, da die ausgestellten Bilder genau in den von uns im Unterricht durchgenommenen Epochen entstanden sind. Die Exkursion bot uns somit die Möglichkeit, neben der Literatur auch einmal Einblicke in die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts zu bekommen.

Im Museum angekommen, stellten sich uns die beiden Museumspädagoginnen Frau Rambach und Frau Hess vor, die eine etwa 90-minütige Führung für uns vorbereitet hatten. Der von Frau Rambach durchgeführte Rundgang beinhaltete einige Informationen zur Ausstellung „Lockruf der Décadence“. Auf einige Gemälde der unterschiedlichsten Epochen ging sie genauer ein und erklärte uns zu diesen auch den geschichtlichen Hintergrund. Die zweite von Frau Hess geplante Führung gestaltete sich ganz anders als die erste. Sie hatte für uns einige Gedichte vorbereitet, die wir zum Teil auch im Unterricht schon besprochen hatten, und gab uns die Aufgabe, ein passendes Bild zu der im Gedicht beschriebenen Handlung zu finden.

Den Ausstellungsbesuch fanden wir sehr ansprechend, da es eine Führung gab, die durch Fachkräfte im Museum geleitet worden ist und die Bilder auch eigenständig im Detail betrachtet werden konnten. Wir wurden über unsere Eindrücke und Anregungen befragt, was uns gezeigt hat, dass jeder Schüler verschiedene Eindrücke von Werken haben kann. Darüber hinaus war der Besuch ins Museum im Gegensatz zu einer „herkömmlichen“ Deutschstunde viel attraktiver, da wir literarische Texte aus der Moderne mit den verschiedenen Bildern assoziieren sollten. Dadurch wurde der Museumsbesuch aktiver und half den Kursen, sich besser mit dem Thema „ Dekadenz“ beschäftigen zu können. Das Erstaunliche dabei war, dass es verschiedene Meinungen gab, welcher literarische Text zu welchem Bild besonders passen würde.

Ein Werk, welches sehr interessant auf uns gewirkt hat, ist „Die Pest in Florenz“ von Hans Makart. Das Werk, welches eine ganze Wand für sich beansprucht, besteht aus insgesamt drei Gemälden. Diese Anordnung ist auch in vielen Kirchen immer wieder zu erkennen, man bezeichnet diese Form als „Triptychon“. In den Bildern sind keine historischen Ereignisse, sondern Symbole und Nachrichten verborgen. Hinter dem Aufbau des Werkes steckt auch ein religiöser Hintergrund. Die Farbe „Weiß“ ist bewusst sehr dezent auf diesen Bildern verwendet worden. „Weiß“ steht für die Unschuld und die dunklen Menschen außen herum stehen für das „Schlechte“ auf der Erde. Das „Schlechte“ auf den Bildern symbolisiert die sieben Todsünden im Christentum. Der Künstler hat mit diesem Bild viele Menschen zum Denken angeregt und es ist auch eines seiner berühmtesten Werke.

Im Großen und Ganzen fanden wir die Ausstellung sehr hilfreich, da sich literarische und gestaltende Bild-Kunst miteinander gut verknüpfen lassen.

Sophie Kilian, Vanessa Reinhart, Enes Sapmaz (Q12)