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Am 15.12.2016 waren die beiden W-Seminare Geschichte und das Studienseminar des AvH zu Gast im Bayernkolleg. Dort las die Autorin Jennifer Teege aus ihrem autobiografischen Roman „Mein Großvater hätte mich erschossen“.Damit ist Amon Göth gemeint, der als Kommandant des Konzentrationslagers Plaszów bei Krakau während des Zweiten Weltkrieges für den Tod tausender Menschen verantwortlich und für seine besondere Grausamkeit berüchtigt war.

Nur durch Zufall erfuhr die Autorin, Tochter eines Nigerianers, von ihrem 1946 in Krakau hingerichteten Großvater – mit fast vierzig Jahren also die sehr späte Enthüllung eines, wie sie selbst sagt, „toxischen“ Familiengeheimnisses. In ihrer rund sechzigminütigen Lesung nahmen die überwiegend jugendlichen Zuhörer sichtbar Anteil an Teeges schwierigem und berührenden Verarbeitungsprozess, erfuhren vom Schock, den die Erkenntnis über ihre Abstammung in ihr auslöste und wie diese auch das Bild von ihrer als liebevoll und zugewandt empfundenen Großmutter veränderte.

Im Anschluss an die eindrucksvolle Lesung hatten die Zuhörer die Möglichkeit, Fragen an Frau Teege zu stellen, für deren Beantwortung sie sich viel Zeit nahm. Zum Beispiel hätte sie das Buch zwar auch geschrieben, um ihre schwierige Familiengeschichte aufzuarbeiten, es ginge ihr aber vor allem auch darum, den Holocaust, Unmenschlichkeit und Ausgrenzung nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Das Wissen über die Verbrechen der National-sozialisten wäre unabdingbar sowohl für die Gegenwart als auch für die Zukunft. Diesem Ziel ist sie durch ihre Lesung im Bayernkolleg sicher ein Stück nähergekommen.

Christine Lutz, StRin

Lesung