Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, Geschwister-Scholl-Straße 4, 97424 Schweinfurt
Telefon 09721 / 51-8100 (Sekretariat I), 09721 / 51-8090 (Sekretariat Oberstufe)
Email: humboldt-gymnasium@schweinfurt.de

Logo Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Sie setzen sich an im Kreis angeordnete Einzeltische mitten in der Aula des AvH: elf Schülerinnen und Schüler, die zum Nachsitzen ihre Schultaschen mitgebracht haben. Ihnen allen werden Verstöße gegen die Schulordnung vorgeworfen. Aus dem Off ertönt die ärgerliche Lehrerstimme, die drohend die in mehreren Stunden zu erledigende Aufgabe verkündet.

Das ist der Beginn einer außergewöhnlichen Aufführung der Theatergruppe der Mittel- und Oberstufe des AvH unter der Leitung von Frau OStRin Sina Höfer. Die Idee zu dem von der Gruppe in langen Nachmittagssitzungen selbst erarbeiteten Stück mit dem Titel „Shaped“ lieferte der 1985 erschienene amerikanische Jugendfilm „The Breakfast Club“ von John Hughes, in dem es um Jugendliche geht, die ihr wahres Wesen hinter Fassaden verstecken, die jedoch langsam bröckeln.

Die nachsitzenden Akteure des AvH befinden sich auf einer Ebene mit dem Publikum, dessen Plätze um den Kreis herum angeordnet sind. Nach und nach öffnen sich die Jugendlichen, durch einen Streit, durch Vorwürfe eines anderen oder durch das gemeinsame Trinken von Alkohol. Die Zuschauer erleben, wie sich aus der Gruppe der Nachsitzer elf individuelle Persönlichkeiten entwickeln mit ganz besonderen Lebensumständen und damit verbundenen Problemen und Sorgen: die Unerfüllbarkeit elterlicher Erwartungen, das Verletztsein durch eine zerbrochene Liebe, Vorurteile gegen das Anderssein, die Sehnsucht nach Anerkennung des wahren Ichs. Dabei entstehen auch entspannte und lustige Situationen, wenn die sechs Mädchen und fünf Jungen zum Beispiel Spielzeug aus ihren Taschen holen und damit für kurze Zeit unbeschwerte Kinder sein dürfen.

Mit Frau Höfers Unterstützung haben die Schauspieler/innen die Texte selbst geschrieben, die Regie miteinander gestaltet und alle haben ihre eigenen Vornamen benutzt.

Dadurch sowie durch die unmittelbare Nähe zum Publikum ist Authentizität spürbar und Realität greifbar. Die Zuschauer sind betroffen. Die Jugendlichen machen auf eindringliche Art bewusst, dass wir oft nur die Fassaden wahrnehmen und zu häufig den Blick auf den Menschen dahinter vernachlässigen.

Den kräftigen Applaus am Ende haben die Jugendlichen mehr als verdient.