Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, Geschwister-Scholl-Straße 4, 97424 Schweinfurt
Telefon 09721 / 51-8100 (Sekretariat I), 09721 / 51-8090 (Sekretariat Oberstufe)
Email: humboldt-gymnasium@schweinfurt.de

Logo Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Die Fachsitzung in Schulkunde/Schulrecht sehen unter anderem einen Überblick über das bayerische Schulsystem vor. In diesem Zusammenhang besuchte am Mittwoch, 14.12.2016, das Studienseminar gemeinsam mit OStD Christoph Zänglein die Montessori-Schule in Schweinfurt.  

Nach Hospitationen in den ersten Unterrichtsstunden in verschiedenen Grund- und Hauptschulklassen, bei denen vor allem die für die Montessori-Pädagogik typischen Freiarbeitsphasen beobachtet werden konnten, erhielt das Seminar von Schulleiter Dr. Alban Schraut eine Führung durch das Schulgelände. Dabei konnten die Referendare nicht nur verschiedene Klassen- und Fachräume sehen, sondern auch einen Einblick in den Umgang mit den jüngsten Mitgliedern der Montessori-Gemeinschaft im Rahmen des Kinderhauses gewinnen.  

Anschließend erhielten die Teilnehmer der Exkursion weitere Informationen zur Montessori-Pädagogik im Allgemeinen sowie zur Umsetzung dieser im Speziellen an der Schweinfurter Schule.  

„Hilf mir, es selbst zu tun!“ Unter diesem Motto wird hier unterrichtet. Die Kinder lernen also in großen Teilen der Unterrichtszeit selbständig, während die Lehrer (denn eine Klasse wird immer von zwei Lehrern „unterrichtet“) eher als Lernbegleiter zu sehen sind, die die Schüler erst kontaktieren, wenn sie selbst nicht mehr weiterkommen und auch ihre Mitschüler ihnen nicht mehr weiterhelfen können. Denn anders als zum Beispiel in normalen Grundschulklassen besteht eine Montessori-Klasse aus einer heterogenen Gruppe von Schülern aus den Jahrgangstufen eins bis vier, sodass immer ältere Schüler die jüngeren beim Lernprozess unterstützen und so selbst dazulernen können. Die Schüler entscheiden also nach vorgegebenen längerfristigen Plänen, woran sie in der einzelnen Stunde individuell arbeiten möchten, und erledigen diese Aufgaben weitestgehend selbständig; die nötige Zeit hierfür wählen die Schüler selbst. Das Konzept ist also darauf ausgerichtet, dass die Schüler Freude am eigenständigen Lernen entwickeln, die Theorie und Praxis miteinander verknüpfen können, sich verständigen und zusammenarbeiten können, Mitverantwortung für andere übernehmen und in der Lage sind, sich eigene Ziele zu setzen.  

 Inhalte, die durch Freiarbeit nicht so gut abgedeckt werden können, werden auch hier in gebundenen Unterrichtseinheiten vermittelt. Auch wird Englisch als erste Fremdsprache ab der ersten Klasse spielerisch vermittelt.

 Noten werden an der Montessori-Schule nicht vergeben. Stattdessen erhalten die Schüler Leistungsberichte, die ihre Stärken hervorheben und klarmachen, woran noch gearbeitet werden muss.

In einer abschließenden Fragerunde erklärt Alban Schraut, dass trotz dieser Vorgehensweise kaum ein ehemaliger Montessori-Schüler Probleme habe, sich an einer Regelschule zu integrieren und sich im „normalen“ Schulalltag mit Notengebung etc. schnell einzufinden. Diese Beobachtung wird von OStD Christoph Zänglein bestätigt. Die Schüler seien gut auf die Anforderungen, die Regelschulen wie das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium mit sich bringen, vorbereitet.  

StRefin A. Wolf