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Wie jede neunte Klasse durften auch wir eine Klassenfahrt nach Dachau zum ehemaligen Konzentrationslager machen. Am 20.02.2017 fuhren wir um 13:00 Uhr mit dem Bus los und erreichten knappe vier Stunden später die Jugendherberge in Dachau. Ein großes, modernes Gebäude mit tollen Zimmern und einer Mensa, in der wir leckeres und gesundes Essen bekamen. Nachdem wir die Betten bezogen hatten, ging es schon los mit dem ersten Teil des Programms. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und gingen in unsere Seminarräume. Dort fragte uns der Seminarleiter, was wir unbedingt von der Gedenkstätte sehen oder wissen wollten und wovor wir uns fürchten. Da spalteten sich die Meinungen, denn die einen wollten mehr über die Schicksale der Häftlinge erfahren, während andere Informationen über den Aufbau des ehemaligen Konzentrationslager haben wollten und wieder andere wollten mehr über die Beweggründe der SS-Leute erfahren. Also fing der Leiter an, uns etwas über die Geschichte der Gedenkstätte zu erzählen. Das war so interessant, dass wir die Zeit vollkommen vergaßen und beinahe das Abendessen verpassten.


Am nächsten Morgen ging es früh um 09:00 Uhr nach dem Frühstück los zur Gedenkstätte. Auf dem Weg dorthin kamen wir an weißen, ziemlich teuer aussehenden „Villen“ vorbei, die mit einem hohen Zaun geschützt waren und unser Leiter erklärte, dass hier früher die SS-Leute mit ihren Familien gelebt haben. Ziemlich absurd, dass sie hier mit ihren Kindern gespielt haben und kaum hundert Meter weiter Menschen erschossen wurden. Vorbei an der Stelle, wo einst der „Todeszug“ stand, einem Zug, den die Amerikaner bei der Befreiung von Dachau voller Leichen vorfanden, erreichten wir den offiziellen Eingang der Gedenkstätte. Das Tor, durch das damals jeder Häftling gehen musste. Zur Demütigung dieser, schrieben die Nazis „Arbeit macht frei“ auf das Tor, doch wusste jeder Häftling, dass alle Menschen, die dort arbeiteten, niemals freikommen würden. Wir passierten den Eingang, aber nicht ohne, dass dem einen oder anderen mulmig zumute war. Als hätte das nicht schon genug für schlechte Stimmung gesorgt, regnete es an diesem Tag und der Wind peitschte uns ins Gesicht. Dann gingen wir ins Krematorium, der Ort an dem die Leichen der Erschossenen verbrannt wurden und an dem die von den Nazis „Brausebad“ genannte Tötungsmaschine schlechthin stand. Die nichtsahnenden Opfer entledigten sich ihrer Kleidung, die nie gewechselt oder gewaschen wurde und für den Winter viel zu dünn war und dachten, sie gehen Duschen, in Wahrheit jedoch wurden sie mit Giftgas umgebracht. Dieses traurige Erlebnis mussten wir erst einmal verdauen und so sind wir zurück zur Herberge gelaufen. Dann besuchten wir ein zweites Mal die Gedenkstätte und stellten uns gegenseitig in kleinen Grüppchen einzelne Bereiche des Lagers vor. Zum Beispiel den Bunker, die Außenlager und die Baracken.
Am dritten und letzten Tag beschäftigten wir uns mit den Biographien ehemaliger Häftlinge und lernten deren Persönlichkeiten kennen. Dann hieß es aber Abschied nehmen, denn der Bus wartete schon, um uns nach Hause zu bringen.

Es war ein unvergessliches Erlebnis für jeden von uns, da wir viel über Deutschlands Vergangenheit und die schrecklichen Folgen der Nazi-Herrschaft gelernt haben.
Diese traurige Vergangenheit ist unsere Vergangenheit und betrifft jeden von uns, auch in der Zukunft.

Felix Bayer, 9b