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Für uns, die Junior-Ingenieure des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Schweinfurt, stand am Mittwoch, den 3. Mai 2017, wieder eine Exkursion an. Wir fuhren mit dem Bus nach Karlstadt zu dem dort ansässigen Zementwerk Schwenk. Nach einem leckeren Mittagessen in der werkseigenen Kantine ging es auch schon los!

Zunächst haben wir in einem interessanten Vortrag von Thomas Neumann einiges über Beton und Zement erfahren, zum Beispiel den Unterschied zwischen den beiden Substanzen, welcher zuvor niemanden von uns klar gewesen ist. Dieser besteht darin, dass Zement das Bindemittel für Baustoffe darstellt. Gibt man nämlich Kies, Sand und Wasser hinzu, erhält man Beton.

Ein Einblick in die Historie von Zement und Co. durfte natürlich auch nicht fehlen: Bereits die Römer haben beton-ähnliche Baustoffe verwendet. Der "Portland Zement", welcher auch im Karlstädter Zementwerk hergestellt wird, geht aber auf den Engländer Joseph Aspdin zurück. Auch wenn dies noch nicht exakt der Zement ist, der heute hergestellt und verwendet wird, gilt er als dessen Erfinder.

Ebenso erfuhren wir etwas über die Zusammensetzung von Zement, welcher grundlegend aus Kalkstein besteht, der auch im Steinbruch nahe des Werkes abgebaut wird. Dem Kalkstein wird dann noch Quarzsand, Aluminiumoxid, sowie Eisenoxid hinzugefügt, was anschließend alles zu einem Pulver zerkleinert wird. Auch wird oft etwas Gips beigegeben, damit der Beton aus dem fertigen Zement später nicht zu schnell trocknet und fest wird.

Dieses Pulver wird dann im Drehofen bei bis zu 1500 Grad Celsius zu einem sogenannten Klinker. Chemisch gesehen hat sich an der Zusammensetzung nichts geändert, nur mineralogisch. Die Form des Klinkers ist vergleichbar mit Schneebällen (nur eben etwas wärmer). Nach einer Abkühlphase wird der Klinker gemahlen und es entsteht das Zementpulver.

Nach dem theoretischen Teil wurden wir noch auf dem Gelände herumgeführt und so konnten wir uns noch einmal ein praktisches Bild von der Zementherstellung machen. Auch hierbei erfuhren wir noch so einige interessante Sachen, wie z.B., dass einige Maschinen nur nachts laufen, da der Strom dann billiger ist. Immerhin verbraucht das Zementwerk täglich mehr als doppelt so viel Strom wie die Kleinstadt Karlstadt!

Am meisten beeindruckte uns aber der lange Drehrohrofen, welcher sich über einen Teil des Geländes ("outdoor") erstreckte. So fühlte es sich unter diesem - während es nur einen Meter weiter regnete - sehr warm und trocken an; so als wäre man gerade im Sommerurlaub!

Wir erfuhren viel über Zement und Beton, was den Meisten wahrscheinlich gar nicht bewusst oder bekannt ist. Hierfür möchten wir uns auch noch einmal bedanken.

Abschließend lässt sich sagen, dass es trotz des eher kalten Wetters und des Regens ein sehr interessanter und gelungener Tag war, an dem wir viel Interessantes gelernt haben und einen Einblick in die Zementherstellung gewinnen konnten.

Jule Backhaus, Lukas Kinne, Simon Fenner (8a)