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Mittwoch Morgen, 8:00 Uhr, Chemiesaal 1 & 2: Von überall her kann man noch einzelne verschlafene "Ich will wieder ins Bett" und "Der Vortrag wird doch eh wieder voll langweilig"-Kommentare hören. Die Vorfreude hält sich in Grenzen. Nach einer kurzen Verspätung betritt schließlich ein lächelnder junger Mann im Anzug den Saal. Irritierte Blicke folgen ihm durch den Raum: "Das soll der Konsul sein? Der ist doch allerhöchstens 35!", steht den Schülern ins Gesicht geschrieben.

Ihnen war ein Konsul angekündigt worden, also eher jemand in den 50ern mit Brille und strengem Blick. Nach einer kurzen Begrüßung seitens der Lehrer wird er uns als Anthony Miranda, US-Konsul für öffentliche Angelegenheiten in München, vorgestellt. Er erklärt zu Beginn, dass er froh sei, die Möglichkeit zu haben, mit Schülern wie uns zu sprechen und dass er sich auf eine Unterhaltung mit uns freue. In einer 30-minütigen Präsentation stellt er zuerst unter anderem seinen Aufgabenbereich, seinen Arbeitsplatz, das US-Konsulat in München, und wichtige Persönlichkeiten vor, mit denen oder für die er arbeitet. Des Weiteren spricht er über sein Studium in englischer Literatur, sein Jurastudium und seine bisherige Laufbahn, die ihn sogar schon für ein Jahr nach Afghanistan geführt hat. Im Anschluss stellen die Schüler vorher vorbereitete und auch spontane Fragen. Auf persönliche Fragen antwortet er offen und gibt unter anderem an, nicht wie angenommen 35, sondern zur Überraschung einiger schon 43 zu sein, und dass er seine Familie ein paar Mal im Jahr besucht, oder je nach Aufenthaltsort, sogar in die Staaten geflogen wird. Bei Fragen nach seiner persönlichen Meinung und politischen Einstellung verweist er meist auf Vor- und Nachteile beider Seiten und dass es bei politischen Angelegenheiten weniger um speziell seine eigene Meinung geht. Mit seiner animierenden Stimme und Einbeziehung von sowohl Schülern als auch Lehrern, folgen ihm selbst in den letzten 30 Minuten noch die meisten der circa 130 anwesenden Personen mit regem Interesse. Er selbst stellt Fragen an Schüler und Lehrer und bringt so Anregungen zum Nachdenken mit. Ausholend und ausführlich gibt er Erklärungen bezüglich internationalen Beziehungen und Amerikas Zukunft und antwortet wie selbstverständlich auf Fragen über Donald Trump, von denen er höchstwahrscheinlich seit dessen Wahl schon zur Genüge gehört hat. Insgesamt war das keinesfalls ein "wieder voll langweiliger Vortrag", sondern im Gegenteil waren die Schüler positiv über die gute Stimmung, seine Kommunikation mit uns auf gleichem Niveau und seine Person überrascht. "Er wirkte nicht wie ein hohes Tier und er redete in einem verständlichen Englisch mit uns, wie er es mit seinen Freunden tun könnte", ist durchaus ein positives Feedback, wenn man die Uhrzeit, zu der das Ganze stattfand, und die Tatsache beachtet, dass der Vortrag nicht auf Deutsch gehalten wurde, sondern lediglich einige deutsche Wörter den Weg in die Dialoge fanden, die alles etwas auflockerten und den Vortrag humorvoller und offener gestalteten.

 Julia Roth, Q11