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Der Buddhismus ist seit mehr als zweitausend Jahren eine der großen geistigen Bewegungen in den Kulturen Asiens und wirkt heute weltweit eine ungebrochene Faszination aus. Im Rahmen der Vortragsreihe für die 10. Klassen stellten sich 140 Schülerinnen und Schüler der Frage, was der Buddhismus ist und was die Lehre des Buddha ausmacht. In seinem Vortrag am 12.Mai 2016 gab Herr Holzhofer zunächst einen Überblick über die historische Entwicklung, die Lehre und die Inhalte des Buddhismus.

Ausgehend vom Verständnis des Buddhismus als Erfahrungsreligion und nicht als Religion im Sinne der Offenbarungsreligionen, entwickelte sich ein spannender Dialog zwischen dem Referenten und den Schülern. Besonders die zentralen Elemente des Buddhismus, Karma und Vergänglichkeit, wurden von allen Seiten beleuchtet und kritisch hinterfragt. Das Leitbild von Ursache und Wirkung bot dabei Potential für eine angeregte Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Wiedergeburt unter dem Aspekt, dass die Wirkung des Handelns sich auch auf zukünftige Leben übertragen kann. Ebenso hielt es sich auch mit der Frage, ob nicht alle Buddhisten in der Konsequenz ihrer Lehre Vegetarier sein müssten.

Für die meisten der Schüler war der Buddhismus bisher eine abstrakte religiöse Erscheinungsform, die irgendwo in Asien beheimatet ist. Herr Holzhofer schaffte es in seinem 90-minütigen Vortrag, den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das zu verschaffen, was den Alltag eines Buddhisten hier – ganz in ihrer Nähe – ausmacht: Ein normales Leben, welches sich nicht grundlegend von ihrem eigenen unterscheidet und sich insbesondere durch die Beschäftigung mit sich selbst auszeichnet. Einen Aspekt des buddhistischen Lebens, die tägliche Meditation, konnten die Schüler selbst erfahren. Im Zuge einer 5-minütigen Meditation, mit der alleinigen Aufgabe, sich auf eine einzige Sache zu konzentrieren, bekamen sie einen Einblick in das, was ein großer Bestandteil der buddhistischen Lebenspraxis ist: Gedankenkontrolle und Konzentration.

Besonders die offene Vortragsweise von Herrn Holzhofer, die den Schülerinnen und Schülern ausreichend Raum für eigene Fragen und zum Dialog bot, war ein echter Gewinn für die teilnehmenden 10. Klassen, die so einen tiefen Einblick in die Lebenswelt des Buddhismus erhalten konnten.

L. Süsser

Buddhismus