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Kindheit und Jugend zwischen Realität und Virtualität

Unter diesem Thema hielt der Referent Herr Uwe Buermann am 13.10.2011 in unserer Schule einen Abendvortrag zur Erziehung zur Medienkompetenz, mit dem er die zahlreich erschienenen Eltern begeistern konnte. Am Freitagvormittag, den 14.10.2011 setzte Herr Buermann die Vortragsreihe für unsere Schülerinnen und Schüler der 7.-10. Jahrgangsstufe fort.




Uwe Buermann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der IPSUM (Institut für Pädagogik, Sinnes- und Medienökologie) hat in dem sehr kurzweiligen und engagierten Vortrag wissenswerte Informationen und zahlreiche Denkanstöße zum sinnvollen Umgang mit den neuen Medien gegeben.

Grundsätzlich rät er, Kinder und Jugendliche zurückhaltend und nicht zu früh an den Computer und das Internet heranzuführen, er empfiehlt, den Kindern nicht zu früh einen eigenen Computer zur Verfügung (ins eigene Zimmer) zu stellen. Auch Lehrkräfte sollten genau abwägen, ab wann sie von ihren Schüler/innen das Recherchieren im Internet bzw. Bearbeiten von Hausaufgaben über das Internet erwarten und dadurch den Kindern der Zugang zum Internet überhaupt ermöglicht werden muss. Es gibt keine Inhalte im Internet, die auf Qualität geprüft werden, weder gibt es juristische noch technische Möglichkeiten der vollständigen Prüfung. Man findet alles im Internet (ein Tippfehler und die Kinder landen auf nicht jugendfreien Seiten). Privatsphäre und Internet sind unvereinbar. Jeder „Klick“ im Internet wird registriert (z.B. bei Google), das, was an persönlichen Daten ins Internet gestellt wird, bekommt man in den seltensten Fällen wieder raus, Google z.B. kopiert permanent Inhalte. Jede E-Mail kann gelesen werden. Betreiber wie Google und Facebook sammeln unsere Daten und analysieren sie, diese Informationen werden für Werbezwecke weiterverkauft. So entsteht ein immer wertvolleres Benutzerprofil, das auch gleichzeitig „Käuferprofil“ ist.

Einen wichtigen Teil des Vortrags nahmen die „sozialen Netzwerke“ ein, insbesondere Facebook mit immerhin 800 Millionen Mitgliedern. Die Richtlinien, nach denen Facebook vorgeht, findet man in den allgemeinen Geschäftsbedingungen, AGB (…die kaum jemand liest !?). In den AGB steht ganz klar, dass jedes Mitglied, das Fotos und Videos hochlädt und Texte reinstellt dafür dauerhaft und weltweit Facebook eine gebührenfreie Lizenz erteilt. Facebook liest alles mit, was geschrieben wird, jeder „Klick“, den man auf Facebook macht wird registriert. Stehen Neueinführungen an, werden die Nutzer nicht gefragt – es ist in der Planung in Zukunft das Profil der Mitglieder durch eine „Timeline“ zu ersetzen. In dieser „Timeline“ sind, ab der Geburt, alle vorhandenen Daten, Fotos etc. aufgelistet. Einen „Account“ kann man deaktivieren, ihn zu löschen ist nur schwer möglich. Herr Buemann hat darauf hingewiesen, dass „auch Eltern“ das Profil ihrer Kinder auf Facebook kennen sollten – denn, jede Menge anderer Personen kennen es sowieso.


Letztlich appeliert Herr Buermann an die Erziehungspflicht der Eltern, Erzieher und Lehrkräfte. Sie mögen verantwortungsvoll, ernsthaft und respektvoll die Kinder an Computer und Internet heranführen, auf die Gefahren hinweisen und den Kindern und Jugendlichen die Wichtigkeit eines sinnvollen Umgangs mit den Medien verdeutlichen und diesen einzuüben. Wir brauchen den Dialog mit der Jugend, damit die Kluft zwischen den Generationen hinsichtlich des Umgangs mit den Medien nicht immer größer wird.


Die Veranstaltung fand auf Initiative des Elternbeirats statt und wir bedanken uns für die organisatorische Unterstützung bei der Schulleitung, dem Lehrerkollegium und vielen weiteren Helfern.


Marina Siegel