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„Ohne Weimar ist die Geschichte der deutschen Kultur nicht denkbar.“

Dies waren die Grußworte des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Roman Herzog anlässlich der Veranstaltung „Weimar Kulturhauptstadt Europas“.

Was Weimar zur Kulturhauptstadt macht und weshalb die Stadt für die deutsche Kultur von so großer Bedeutung ist, sollte uns, den Schülerinnen und Schülern der Q11 am Mittwoch, dem 11. Dezember 2019, im Rahmen der alljährlich stattfindenden Weimarfahrt nähergebracht werden.

Nach einer circa zweistündigen Busfahrt kamen wir in Weimar, dem deutschen Zentrum der klassischen Dichtkunst, an. Um 1800 formierte sich in der thüringischen Stadt auf Initiative von Anna Amalia, der Mutter des Herzogs Karl August, ein intellektuelles Viergestirn, bestehend aus den Dichtern Wieland, Herder, Goethe und Schiller, deren Schaffensperiode heute als Weimarer Klassik bekannt ist. Elf Denkmäler des „Klassische Weimar“ gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und Goethes literarischer Nachlass zum Weltdokumentenerbe.

Auf dem Programm standen – je nach Deutschkurs - eine Stadtführung und die Besichtigung von Goethes oder Schillers Wohnhaus.

Zunächst besichtigte unsere Gruppe das Schillerhaus, in dem der Dichter seine letzten Lebensjahre verbrachte, ehe er 1805 im Alter von 45 Jahren an einer akuten Lungenentzündung verstarb. In einer Führung wurden uns die Lebensumstände und der Alltag Schillers anhand der noch erhaltenen Möbel, wie beispielsweise seinem Schreibtisch, präsentiert. Hier entstanden seine letzten großen Werke, wie das Drama Wilhelm Tell. Auch erfuhren wir, wie sich die Beziehung zwischen Goethe und Schiller entwickelte. Aus der anfänglichen Ablehnung entstand ein echtes Bündnis, die wohl produktivste Freundschaft der deutschen Literaturgeschichte.

Im Anschluss an die Führung konnten wir dank der Sonderausstellung „Abenteuer der Vernunft - Goethe und die Naturwissenschaften um 1800“ einen Einblick in Goethes umfassende naturwissenschaftliche Sammlung bekommen. Goethe war nicht nur der Literatur und den bildenden Künsten zugetan, sondern widmete sich auch leidenschaftlich den Naturwissenschaften.

Nach der Mittagspause, die die meisten auf dem Weimarer Weihnachtsmarkt verbrachten, stand eine Stadtführung auf dem Programm. Ausgangspunkt war das Goethe-Schiller-Denkmal auf dem Theaterplatz vor dem Deutschen Nationalmuseum, das die beiden Kulturväter der Stadt abbildet. Obwohl Goethe wesentlich kleiner war als Schiller, wurde das Dichterpaar zugunsten ihrer literarischen Gleichrangigkeit in gleicher Körpergröße dargestellt.

Erster Halt war das berühmte Luxushotel „Elephant“, bedauerlicherweise auch bekannt als ehemaliger Aufenthaltsort Hitlers in Weimar. Außerdem logierten hier auch große Dichter und Denker der Klassik sowie wichtige Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Sport. Vorbei an der bekannten Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek kamen wir in den Stadtpark an der Ilm. Von dort aus konnten wir aus der Ferne Goethes Gartenhaus, seinen damaligen Rückzugsort, betrachten. Abschließend wurden wir zu Goethes großzügigem Wohnsitz geführt, der jedoch mit dem Schillers nicht vergleichbar ist. Während Goethe sich als Staatsminister unter Herzog und Gönner Karl August frei von finanziellen Problemen künstlerisch, dichterisch und naturwissenschaftlich ausleben konnte, lebte Schiller stets eher in ärmlichen Verhältnissen.

Mit Zeit zur freien Verfügung endete schließlich der informative und interessante Ausflug nach Weimar.

Ob und inwieweit der Tag in der Stadt der Dichter und Denker uns selbst zu sprachlichen Hochleistungen inspiriert hat, konnten wir am nächsten Tag in der Deutschklausur zeigen.

Lukas Dellermann, Q11

 

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