Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, Geschwister-Scholl-Straße 4, 97424 Schweinfurt
Telefon 09721 / 51-8100 (Sekretariat I), 09721 / 51-8090 (Sekretariat Oberstufe)
Email: humboldt-gymnasium@schweinfurt.de

Logo Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Seit Jahren beherrschen in der deutschen Öffentlichkeit und somit auch in einem großen Teil der Presse, sei es Fernsehen, Online- und Printmedien, nur wenige Themen die öffentliche Meinungsbildung: Flüchtlingskrise, Migration, dem Wiedererstarken der rechten Parteien, Koalitionskrisen.
 
Dazwischen wird ein Megathema unserer Tage immer mehr an die Randbereiche der veröffentlichten Meinung gedrängt. Der demographische Wandel unserer Bevölkerung in Deutschland stellt die Gesellschaft vor ungeheure Herausforderungen, die sich nicht nur auf Fachkräftemangel und Bevölkerungsschwund reduzieren lassen.



Um daran etwas zu ändern, besuchte Dieter Bednarz im Rahmen seiner Lesereise am 08.11.2018 unsere Schule und referierte für die Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufe über die auf uns zukommenden Aufgaben in Beruf und Gesellschaft.

Dieter Bednarz (62) war mehr als 35 Jahre Redakteur im "Spiegel", spezialisiert auf den Nahen Osten. Auf seinen zahlreichen Reisen in diese Regionen führte er Interviews mit dortigen Staats- und Regierungschefs, wodurch er auch international große Anerkennung erlangte.

Doch irgendwann hat ihn sein Chef auf den Vorruhestand angesprochen. Dies hat Bednarz tief getroffen, er fühlte sich alt und überflüssig.
Seit einigen Monaten ist er nun tatsächlich im Vorruhestand. Und er hat sich gezwungenermaßen mit den Themen Vorruhestand sowie dem demographischen und gesellschaftlichen Wandel und den damit verbundenen Herausforderungen beschäftigt.

Dabei herausgekommen ist sein neues Buch "Zu jung für alt“, in dem sich Bednarz ausführlich mit dem Alter und dem Altern auseinandersetzt, Anekdoten aus dem eigenen Leben verarbeitet und seine Sicht der Dinge mit wissenschaftlichen Fakten untermauert.

Der demographische Wandel belastet das derzeitige Rentenfinanzierungsmodell, welches auf dem Generationenvertrag beruht und so immer weniger junge Leute den Lebensunterhalt der gleichzeitig steigenden Anzahl an älteren Menschen finanzieren müssen.

Während die Rente früher ausreichte, einen weitgehend sorgenfreien Lebensabend zu verbringen, ist sie für zukünftige Generationen nur ein Teil der Altersvorsorge.

Im Zuge dessen wird es auch das bisherige Modell bestehend aus Ausbildung, Arbeit, Altersruhe in Zukunft nicht mehr geben, weswegen Bednarz die anwesenden Schüler für eine eigene private Alterssicherung sensibilisierte.

Darüber hinaus erläuterte Bednarz persönlich authentisch zugleich fachlich kompetent die
künftigen Anforderungen der Arbeitswelt an jüngere Generationen.

Demnach ist in Zukunft ein hohes Maß an Flexibilität, Offenheit und Eigenverantwortung notwendig. Außerdem empfiehlt Bednarz einen „weiten Blick“ zu bewahren, was das Haushalten mit eigenen Kräften als auch das lebenslange Lernen einschließt. Es gilt, eine gewisse Balance zu finden zwischen Berufswunsch, Arbeitsmarkt, Familie und finanzieller Absicherung.

Den Abschluss des Vortrags bildete eine Fragerunde, an der die Schülerinnen und Schüler interessiert teilnahmen und eben Gehörtes noch einmal aufgriffen und zusammen mit dem Referenten diskutierten.

Felix Markert, Q11