Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, Geschwister-Scholl-Straße 4, 97424 Schweinfurt
Telefon 09721 / 51-8100 (Sekretariat I), 09721 / 51-8090 (Sekretariat Oberstufe)
Email: humboldt-gymnasium@schweinfurt.de

Logo Alexander-von-Humboldt-Gymnasium

Am Donnerstag, dem 21.03.2019, hatten die Schülerinnen und Schüler aus vier der Geschichtskurse der 11. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, den Film „Wir sind Juden aus Breslau“ von Karin Kaper und Dirk Szuszies im KUK in Schweinfurt zu sehen.
Nach einer kurzen Begrüßung von Herrn Szuszies, des Regisseurs, und der Bitte, den Film einfach auf uns wirken zu lassen, begann die circa zweistündige Dokumentation. 14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie wohnten alle in Breslau, dem Ort mit der drittgrößten jüdischen Gemeinde des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Als Hitler an die Macht kam, waren sie ungefähr im selben Alter wie wir jetzt. Von diesem Zeitpunkt an begann für sie eine Zeit der Angst und Verfolgung. Jeder einzelne der Protagonisten erzählt seine Geschichte von der Zeit vor der „Machtergreifung“, über die „Kristallnacht“ bis hin zur Flucht ins Exil oder die Zeit im Konzentrationslager Auschwitz und wie sie diese überlebt haben.

Alle von ihnen hatten das Glück zu entkommen und sich in den USA, England, Frankreich und sogar in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Einige von ihnen nahmen sogar den Weg zurück in die alte Heimat auf sich, wo sie im Zusammenhang mit der Dokumentation im heutigen Wrocław einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegneten und ihr ebenfalls ihre Erlebnisse schilderten. Sie gingen sogar mit ihnen an Orte, an denen Hitler beispielsweise seine Reden gehalten hat.
Gegen Ende des Films bekommt man noch einen Eindruck, wie die Zeitzeugen ihr Leben nach Ende des Zweiten Weltkriegs weitergelebt haben.
Nach dem Abspann kam Herr Szuszies noch einmal in den Saal, um offengebliebene Fragen zu beantworten. Unter Anderem erläuterte er uns, warum manche der Protagonisten während der ganzen Dokumentation nur Englisch sprachen: Sie wären zwar noch in der Lage Deutsch zu sprechen, jedoch wollen sie sich aufgrund ihrer Vergangenheit davon distanzieren. Mit dem Appell an uns, die Demokratie zu wahren und uns politisch zu engagieren, entließ uns der Regisseur in unseren Schulalltag.
Abschließend ist zu sagen, dass dieser Film die Judenverfolgung während des Zweiten Weltkrieges greifbarer und verständlicher macht. Zwar lernt man in der Schule im Unterricht und auch durch die Exkursion nach Dachau sehr viel über diese Thematik, jedoch kann man sich unter den immensen Zahlen leider oft nichts Konkretes vorstellen. Die berührenden Einzelschicksale helfen dabei, besser zu verstehen, was passiert ist.
Somit bedanken wir uns im Namen der Q11 sehr herzlich bei den Verantwortlichen, die sich um die Organisation und Durchführung gekümmert haben, als auch bei Herrn Szuszies, der uns unsere Fragen beantwortet hat. Es war eine interessante Veranstaltung, die sich auf jeden Fall gelohnt hat und sehr positiv bewertet wurde.

Tim Willacker, Chiara Wischer Q11

Filmflyer: Wir sind Juden aus Breslau