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„The German Energiewende“ - ein Begriff, der weltweit als Paradebeispiel für eine erneuerbare und dezentrale Energieversorgung steht. Doch um solche Zielsetzungen tatsächlich erreichen zu können, müssen nachhaltige und wirtschaftliche Methoden zur Stromversorgung genutzt werden. Denn sonst sind zukunftsträchtige Anwendungen, wie Elektroautos, keineswegs eine ökologisch wertvollere Option zum herkömmlichen Dieselauto, wenn das E-Auto trotzdem durch „dreckigen“ Strom angetrieben wird und auch bei der Herstellung größtenteils auf fossile Brennstoffe zurückgegriffen wird. So wird deutlich, dass der Wandel von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energieformen, wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft, stattfinden muss, um u.a. den weltweit hohen CO2-Ausstoß zu reduzieren.


Um der hochaktuellen Fragestellung nachzugehen, wie bestmöglich erneuerbare Energieformen genutzt und die gewonnene Energie gespeichert werden kann, trafen sich 17 interessierte Jugendliche aus ganz Deutschland und Österreich vom 03. bis zum 07. September 2018 in Freiberg zur MINT-EC-Akademie „Zukunft Energie: Von Wind zu Strom zu Gas“.
Nachdem wir am Montag alle in Freiberg angekommen waren, fanden auch schon die ersten Universitätsvorlesungen von Herrn Prof. Schwarze und Herrn Prof. Krause in der Technischen Universität Bergakademie Freiberg statt. Dabei wurde einführend der Prozess von Wind zu Strom behandelt und anschließend, inwiefern der durch Windkraft gewonnene Strom durch die innovative Power-To-Gas Methode gespeichert werden kann. Dieses Verfahren gewinnt vor allem durch die Tatsache an Bedeutung, dass momentan in Deutschland Strom im Übermaß produziert wird. Da die Stromproduktion schwer an den Verbrauch angepasst werden kann, ist eine Speichermethode von überproduziertem Strom durchaus sinnvoll, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.  So wurde uns erklärt, dass durch das Power-To-Gas Verfahren überschüssiger Ökostrom durch die Umwandlung in ein chemisches Gas, wie Wasserstoff oder Methan, gespeichert werden kann, um als Biogas in das Erdgasnetz eingespeist zu werden. Dieses sei im Gegensatz zum Stromnetz nicht schon ausgelastet und bietet demnach eine Möglichkeit den erzeugten Ökostrom zu konservieren. Momentan bietet diese Art von Stromgewinnung und -speicherung durch Windkraft natürlich noch einige Kontroversen, wie der Eingriff in das Naturbild und der geringe Wirkungsgrad durch die Umwandlungsprozesse bis hin zum tatsächlichen Öko-Erdgas. Wenn allerdings sowieso schon produzierter Strom zur Herstellung von den chemischen Speichermedien genutzt wird, beträgt der Wirkungsgrad je nach Speichergas zwischen 56% und 70%. Grundsätzlich sei es somit technisch schon möglich, durch das Power-To-Gas Verfahren fossiles Erdgas bis zu einem bestimmten Grad zu substituieren, so die Professoren.
Auf dieser Grundlage nahmen wir die nächsten zwei Tage jeweils vormittags an dreistündigen Universitätsvorlesungen teil und wendeten am Nachmittag unser Wissen in verschiedenen Praktika an. So konnten wir zusammen mit Doktoranden der TU Freiberg die zwei Formen von Windkraftanlagen, den Horizontal- und Vertikalrotor, im Experiment vergleichen, die Windströmung im Windkanal anhand von Trockeneis und einer Analyse-Software sichtbar machen und die technischen Hintergründe einer Elektrolyse erfahren.
Am Donnerstag standen zwei Exkursionen auf dem Programm. Zuerst besuchten wir das regional ansässige Unternehmen EAB, Teil der internationalen 3Energy Unternehmensgruppe. Diese Firma kooperiert mit der TU Freiberg und entwickelt gemeinsam mit einigen Doktoranden sogenannte ‚Flaps‘, die einen Strömungsabriss an den Rotorblättern eines Windrades verhindern und die Effizienz von der Windkrafterzeugung steigern sollen. Danach gewannen wir einen Einblick in eine Biogasanlage, die von der DREWAG (Stadtwerke Dresden GmbH) betreut wird und schon aufbereitetes Gas in das Erdgasnetz für die Versorgung von Dresden einspeist.
Den Schlusspunkt der Woche bildeten unsere Präsentationen und die anschließende Diskussionsrunde, in der wir fundiert zur Windkraft Stellung nahmen. Daraufhin endete die MINT-EC-Akademie mit der Zertifikatsübergabe und dem Versprechen, dass wir uns alle unbedingt wiedersehen und treffen müssen, da unter der Woche eine tolle und harmonische Gruppe herangewachsen ist.

Bilder: MINT-EC
Cara Bettendorf, Q12