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350 km weit gefahren, vier Tage lang geforscht und das alles für die Erkenntnis: Es war ein Rind! – Jetzt aber erst mal von vorne: Nachdem ich am Montag, den 06.05.19 nach Dortmund aufbrach, um dort am MINT-EC-Camp „Molekularbiologie“ teilzunehmen, erreichte ich schließlich nach einer über vierstündigen Zugfahrt mein Ziel. Dort fand im Heisenberg-Gymnasium ein erstes Treffen mit den anderen 16 Camp-Teilnehmern, wovon eine Schülerin aus Washington DC. und zwei Schülerinnen aus Istanbul nur wegen des Camps angereist waren, statt. Schon gleich zu Beginn konnten wir im sehr gut ausgestatteten Labor des Gymnasiums mit dem ersten Programmpunkt anfangen. Und hier kommt nun auch das Rind ins Spiel.

Wir bekamen in Zweiergruppen ein zu diesem Zeitpunkt noch unbekanntes Stück Fleisch und sollten mithilfe geeigneter uns jeweils erklärter Analyseverfahren herausfinden, zu welchem Organismus dieses Fleisch gehört hatte. So führten wir zunächst eine DNA-Isolierung durch und vervielfältigten die DNA anschließend mit einer PCR (Polymerase-Kettenreaktion), da für die folgenden Arbeitsschritte viele DNA-Moleküle nötig waren. Als letzte Arbeit des Tages stand schließlich das Gießen der Gele für die Gelelektrophorese an, die wir dann am letzten Camp-Tag durchführten, um zu sehen, ob die PCR erfolgreich war.

An den folgenden beiden Tagen besuchten wir das Bayer-Werk in Bergkamen. Dort konnten wir in einem Versuchslabor mikrobiologische Versuche durchführen, die am Heisenberg-Gymnasium nicht möglich waren. So konnten wir hier verschiedene Bakterienkolonien auf Nährböden selbst vermehren und anschließend identifizieren. Zudem bestimmten wir mit Hilfe einer Verdünnungsreihe die Lebendzellzahl einer unbekannten Probe. Hierbei wurde die Probe zunächst immer weiter verdünnt und anschließend auf einen Nährboden aufgetragen, sodass wir am Folgetag die Anzahl der Bakterienkolonien auszählen konnten, um so Rückschlüsse auf die ursprüngliche Zellzahl ziehen zu können. Damit wir sehen konnten, wie mikrobiologische Prozesse in der Praxis umgesetzt werden, erhielten wir auch eine Führung durch die mikrobiologische Produktion des Bayer-Werks. So werden in Fermentern, mit einer Nährlösung gefüllte Tanks mit einem Volumen von bis zu 200 000 Litern, Mikroorganismen entweder gezielt vermehrt oder zur Herstellung der gewünschten Wirkstoffe genutzt. Die dabei entstehenden Produkte können dann beispielsweise als Pflanzenschutzmittel oder Arzneimittel verkauft werden.

Neben der naturwissenschaftlichen Tätigkeit hatten wir auch an diesen beiden Tagen ein interessantes Rahmenprogramm. So besuchten wir das Deutsche Fußball Museum sowie die DASA, die Deutsche Arbeitsschutzausstellung, in der wir im Rahmen einer Führung neben hilfreichen Tipps zum Arbeitsschutz (richtiges Sitzen; ideale Schreibtischhöhe) über den Wandel der Technik von der Dampfmaschine bis hin zur Industrie 4.0 informiert wurden.

Am letzten Tag des Camps – wieder im Heisenberg-Gymnasium – konnten wir nach einer Sequenzierung der DNA-Probe das Fleischstück schließlich mit Hilfe einer Gendatenbank einem Organismus (Rind!) zuordnen und hatten damit unsere Aufgabe gelöst.

Um viele Eindrücke und neue Kontakte zu anderen MINT-Interessierten reicher endete mit Übergabe der Zertifikate mein zweites sehr spannendes und praxisnahes MINT-EC-Camp, für das sich die eingangs erwähnte 350 km weite Fahrt auf jeden Fall gelohnt hat.

                                                                                                              Lukas Dellermann, 10B