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Als „Weltsüchtig“ und mit großem Weitblick, ein Mensch mit unbändigem Forscherdrang, aber auch unermüdlichem Einsatz für die Rechte von Unterdrückten, der Urvater der Klimaschützer, der berühmteste Mensch auf dem amerikanischen Kontinent im 19. Jahrhundert – so wurde Alexander von Humboldt bei den Veranstaltungen an den beiden Humboldt-Tagen am 25./26.09.2019 aus Anlass seines 250. Geburtstags von den Mitgliedern der Schulfamilie skizziert. Die gebotenen vielfältigen Zugänge zum Wirken Alexanders von Humboldt wurden von einem zahlreichen Publikum mit großem Interesse und viel Beifall aufgenommen.
Den Auftakt des ersten Abends bildeten dabei die Schülervorträge von im Rahmen eines Poetry-Slams unter der Leitung von Herrn Manger und Frau OStRin König selbst verfassten Texten, in denen sich die Schüler kritisch und bewusst polarisierend auf ihre ganz individuelle Weise mit der Persönlichkeit Alexander von Humboldts auseinandersetzten. Insbesondere wurde er dabei als Vorreiter der aktuellen Klimadebatte und als Mahner zur Bewahrung von Natur und Umwelt charakterisiert, den sich die Gesellschaft zum Vorbild nehmen können.
Im Anschluss hielt OStR Roman Ludwig aus Sicht des Fachs Latein eine augenzwinkernde Eloge auf Alexander von Humboldt, indem er geschickt mit der angeblichen Angestaubtheit der lateinischen Sprache spielte und diese Behauptung mit einer gerappten Fassung auf lateinisch abgefassten Lobrede über Humboldt widerlegte, die von Mitgliedern der Fachschaft Latein eingesprochen worden war.
Als Höhepunkt des ersten Teils der Humboldt-Tage begeisterten die Mitglieder der Theatergruppe unter der Leitung von Frau OStRin Sina Höfer mit der Wiederaufnahme ihres selbst verfassten Stückes mit dem Titel „Weltsüchtig“. In zahlreichen Facetten und mit herausragenden schauspielerischen Leistungen gaben sie Alexander von Humboldt nicht nur ein, sondern mehrere Gesichter, welche die Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit des Forschers, Kosmopoliten, Menschenrechtlers und Umweltschützers in brillanter Weise auf der Bühne lebendig werden ließen.
Als ästhetisch ebenfalls sehr gelungenes Ergebnis der Auseinandersetzung mit den naturwissenschaftlichen Zeichnungen Alexander von Humboldts wurde an beiden Tagen der neue Humboldt-Kalender „Mikro-und Makrokosmos “ präsentiert.
Zu Beginn des zweiten Tages formulierte Schulleiter Klemens Alfen in seiner Begrüßung „Humboldt for future“ in einem knappen Abriss das Leben des Namenspatrons der Schule dessen Bedeutung für die heutige Gesellschaft. Als zentrale Elemente der „Humboldt-DNA“, die auch für das Leben und Lernen im AvH prägend sein sollten, hob er neben dessen Erkenntnisgewinn aus der unmittelbaren Anschauung vor allem seine Fähigkeit hervor, die globalen Zusammenhänge in der Natur zu erkennen.

Im Festvortrag beschäftigte sich der Bezirksheimatpfleger von Oberfranken, Professor Dr. Günter Dippold, mit der Tätigkeit Alexanders von Humboldt in Franken. Dieser trat 23-jährig in den preußischen Staatsdienst als Bergassessor ein und übernahm rasch vielfach Verantwortung in seinem Arbeitsbereich. Ob im Bergbau oder in den Porzellanfabriken, bei der Gründung einer Schule für Bergleute als erster „Berufsschule“, bei der Erfindung einer unter Lebensgefahr getesteten Berglampe und eines Respirationsgerätes für Bergleute, in allen Bereichen konnte Professor Dippold hier Spuren Humboldt’schen Wirkens nachweisen. Dessen rastlose Tätigkeit sei auch in Franken schon immer von der Sorge um das Wohl der Menschen der Region geprägt gewesen und könne als Vorbereitung auf seine Expeditionen in die Welt gesehen werden.
In der Folge berichteten zwei Klassen im Rahmen einer Präsentation von einem Ausflug nach Goldkronach, wo sie ihre Erkenntnisse zu Alexander von Humboldt vor Ort, etwa in einem Bergwerk, verifizieren konnten. Festlich und dem Anlass entsprechend umrahmt wurde die gesamte Veranstaltung vom Orchester und Chor des AvH mit Dvoraks „Aus einer neuen Welt“ sowie „Orinoco Flow“ von Enya und Tochs „Fuge aus der Geographie“ unter der Leitung von OStR Thomas Betzer und StR Florian Bieber.

OStD K. Alfen

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